Das Rennen um die Smart Factory ist eröffnet

Beitrag von Matthias Schorer, Head of Strategy Consulting, CEMEA bei VMware

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Digitalisierung: Bei diesem Schlagwort haben die meisten von uns sofort Bilder von den großen 4 – Google, Amazon, Facebook und Apple – im Kopf. Die amerikanischen IT-Giganten überragen in der öffentlichen Wahrnehmung mit ihrer Monopolstellung in der Branche meist die kleineren Player. Nur wenige europäische Unternehmen können in dieser Liga mitspielen, wie etwa SAP. Doch warum schielen wir eigentlich ständig neidisch über den großen Teich und versuchen den dortigen Tech-Unternehmen nachzueifern, statt uns auf unsere bewährten Stärken zu konzentrieren? Deutschland ist weltweit führend in der Herstellung von komplexen Produktionsanlagen, Automobilen, ganz zu schweigen von den vielen kleinen Nischen die von deutschen Hidden Playern bespielt werden.

Eine Zahnradfabrik aus der schwäbischen Provinz ist vielleicht weniger „sexy“ als hippe Silicon Valley Startups – doch gehören diese Mittelständler zu den Weltmarktführern. Und unbestritten werden auch die fertigenden Branchen bald von der Digitalisierung geprägt, wenn sie es nicht schon sind. Den Vorsprung, den wir in Deutschland in diesen Branchen haben, gilt es auszunutzen. Die zunehmend intelligente Vernetzung von Objekten, Maschinen und ITK-Systemen, zusammengefasst unter dem Schlagwort Industrie 4.0, beeinflusst zunehmend die Geschäftsstrategie. Ein Kernelement von Industrie 4.0 sind Smart Factories. Die Smart Factory ist vergleichbar mit dem Smart Home im privaten Bereich und besteht aus sich selbst konfigurierenden Produktionsressourcen und den dazugehörigen Planungs- und Steuerungssystemen. In einem Netzwerk verbindet sie virtuelle und physische Produktionselemente, indem sie das Internet der Dinge und Dienste in die Fertigung bringt.

Der „deutsche Industrie 4.0 Index“ zeigt dass sich deutsche Unternehmen der Herausforderung bewusst sind und sie annehmen. 57 Prozent der deutschen Industriebetriebe sind sicher, dass die Smart Factory ihr Geschäftsmodell verändern wird. Über ein Drittel setzt wenigstens in einzelnen Projekten bereits Industrie 4.0 Technologien ein – 2014 waren es lediglich 15 Prozent. Ein weiteres Drittel steckt in der Planungsphase. Außerdem sind sich etwa die Hälfte der Befragten einig, dass von Industrie 4.0 und Smart Factory besonders der Mittelstand profitieren wird.

Doch die Zahl, die mir am meisten Hoffnung macht, ist: 51 Prozent sind überzeugt, dass Industrie 4.0 ein wichtiges Bauteil sein wird zu Re-Industrialisierung Europas und sich positiv auf den Standort Deutschland auswirken wird, vor zwei Jahren waren es nur 39 Prozent. Wir sind auf einem guten Weg diese Chance als einmalige Gelegenheit wahrzunehmen und zu nutzen um Produktionsstandorte auch wieder nach Europa zurückzuholen. Bis die Smart Factory flächendeckend Realität ist es noch ein hartes Stück Arbeit, insbesondere die IT-Sicherheit und ausreichende Infrastrukturen werde eine erfolgskritische Rolle spielen. Deshalb: weniger reden, mehr machen!

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